"Die Rückkehr des Luchses nach Nordwest Polen"

Das Projekt wird von der Westpommerschen Natur-Gesellschaft durchgeführt, zusammen mit dem Institut für Säugetierbiologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Białowieża und dem Kulturzentrum in Mirosławiec.

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Kurze Zusammenfassung der bisherigen Fortschritte

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Vor fast zwei Jahren startete das Projekt zur Wiederansiedlung des Luchses in Westpommern. Ursprünglich erstreckte sich das Verbreitungsgebiet dieses Beutegreifers über fast ganz Europa bis zum Himalaja. Leider wurde die Art durch menschliche Verfolgung und allmähliche Entwaldung in die östlichen Gebiete des Kontinents zurückgedrängt. Im Westen von Polen wurde der Luchs bereits im 18. Jahrhundert ausgerottet.


Teil unseres Projektes ist die Auswilderung genetisch unterschiedlicher Luchse, um eine neue, stabile Population von Tieflandluchsen zu gründen. Bisher wurden 18 Individuen in die Freiheit entlassen (Stand August 2019). Bei der Auswahl der Luchse für das Projekt haben wir Proben zur genetischen Analyse geschickt, anhand derer wir feststellen können, ob es sich um Tiefland- oder Karpaten-Luchse handelt. Bis auf zwei Tiere waren alle für unser Projekt geeignet. Darüber hinaus ist der Charakter der Tiere sehr wichtig: Wir brauchen Tiere mit einer gesunden Scheu gegenüber dem Menschen, da dies die Überlebenschancen in freier Wildbahn erhöht. Es sollte nicht vergessen werden, dass scheue Tiere menschliche Siedlungen meiden und somit auch keinen Schaden anrichten (z.B. keine Nutztiere reißen) und sich nicht Menschen nähern, die durch die Wälder streifen. Da alle Tiere Telemetrie-Halsbänder tragen, konnten wir das Verhalten der Luchse in freier Wildbahn kontinuierlich überwachen. Wir konnten beobachten, dass Weibchen viel kleinere Gebiete besetzten als Männchen; außerdem wanderten zwei Männchen fast 150 km in gerader Linie nach Süden und Westen, was die biologische Tendenz dieser Art bestätigt, große Entfernungen zurückzulegen (insbesondere bei Männchen). Obwohl diese Tiere in Gefangenschaft geboren wurden, passten sie sich nach ihrer Akklimatisations-Zeit schnell an die neuen Bedingungen an.

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